TY - THES T1 - Psychophysiologische Behandlung benigner Epilepsien im Kindesalter A1 - Töpperwein,Lydia Y1 - 2012/09/27 N2 - Die Pilotstudie wurde an Patienten mit bestimmten EEG-Charakteristika in Form von Sharp Waves (= Spikes) durchgeführt. Spikes sind insbesondere bei Kindern mit sogen. „Benignen Epilepsien“ (BPE) zu finden. Allerdings treten sie auch bei Patienten mit Ent-wicklungsretardierungen, Teilleistungsstörungen, Fieberkrämpfen und schwerwiegenden Störungsbildern wie dem Landau-Kleffner-Syndrom auf; sie können mit zum Teil massiven kognitiven und psychologischen Beeinträchtigungen einhergehen. Im Gegensatz zum „benignen“ Verlauf der BPE mit einer vollständigen Ausheilung der hirnphysiologischen Auffälligkeiten spätestens mit Einsetzen der Pubertät können abhängig von Lokalisation und Häufigkeit der pathologischen Spikes neuropsychologische Defizite und Verhaltensauffälligkeiten langfristig fortbestehen. Die pharmakologische Behandlung von Spikes mit Antiepileptika ist nur begrenzt wirksam und wird wegen der teilweise gravierenden Nebenwirkungen nur in schweren Fällen eingesetzt. Daher sollte hier untersucht werden, ob Patienten mit Hilfe eines speziellen Biofeedback-Programms zur Spike-Erkennung und –Kontrolle lernen können, die Häufigkeit ihrer Spikes selbst zu kontrollieren und zu reduzieren. Die Studie wurde mit neun Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit BPE bzw. den charakteristischen Spikes durchgeführt. Nach einer umfassenden Eingangsdiagnostik (neuropsychologische Untersuchung, Langzeit-EEG über 24 h) erhielten vier Kinder das Biofeedbacktraining, die übrigen wurden unter zwei verschiedenen Kontrollbedingungen untersucht (standardisiertes Aufmerksamkeitstraining; keine zusätzliche Behandlung). Nach Abschluss der Trainings bzw. einem halben Jahr in der nicht behandelten Gruppe erfolgten die gleichen Untersuchungen wie in der Eingangsdiagnostik, ebenso in einer Follow-up-Untersuchung nach einem Jahr. Die Lernkurven der Trainingssitzungen belegen bei drei von vier Kindern der Experimentalgruppe, dass sie gelernt haben, ihre Spikes während des Trainings zu kontrollieren. Die Resultate der neuropsychologischen Untersuchungen und Langzeit-EEGs zeigen keine statistisch bedeutsamen Veränderungen. Wenn auch in Anbetracht der kleinen Patientengruppe die Ergebnisse nur vorsichtig interpretiert werden können, liefern diese doch erstmalig einen Beleg dafür, dass die Auftretenshäufigkeit von Spikes durch eine nicht-medikamentöse Behandlung in einem Biofeedbackverfahren verringert werden kann. KW - Epilepsie KW - Kind KW - Biofeedback KW - Neurofeedback CY - Tübingen PB - Universitätsbibliothek Tübingen AD - Wilhelmstr. 32, 72074 Tübingen UR - http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2012/6441 ER -