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Grez Buchling, Marcela:

Mental Health of International Students: Prevalence and Predictors for Mental Disorders and Symptom Severity

Psychische Gesundheit ausländischer Studierender: Prävalenz und Prädiktoren psychischer Störungen und Schweregrad der Symptome

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http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-65133
URL: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2012/6513/
Hauptberichter: Hautzinger, Martin (Prof. Dr.)
Fakultät: 7 Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachgebiet/Einrichtung: Psychologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Englisch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 15.11.2012
Tag der mündlichen Prüfung: 27.07.2012
Kurze Inhaltszusammenfassung auf Englisch Background: The number of international university students has dramatically increased during the last decades, being Germany one of the major host countries. Although it has been suggested that international students may be at higher risk for the development of mental disorders compared to domestic students, only few studies have examined the mental health of this population. Therefore, the present study aimed to estimate the prevalence rates of mental disorders [major depressive disorder (MDD), other depressive disorder, somatoform disorder and anxiety disorder], the symptom severity and the course of symptoms over time among the population of international students, and to explore if there are significant differences between this group and German students. Furthermore, potential predictors of mental disease (demographic characteristics, neuroticism, extraversion, social support, stress, resilience, traumatic life events, positive and negative life experiences) were examined.
Methods: The study included a cross-sectional design (T1) and a follow-up assessment (T2), using an online survey developed for data collection. The samples for T1 included 712 international and 2662 German students. At T2, 112 international students and 488 German students participated in the study. Measurement invariance for neuroticism, extraversion, social support and resilience was tested using structural equation modeling. While logistic regression analyses were conducted including observed variables, linear regressions included also latent variables.
Results: Results showed high prevalence rates of mental disorders among both international and German students at T1. The minority of the students suffering from a mental disorder were receiving mental health treatment. Compared to German students, international students showed significantly lower scores of neuroticism, extraversion and social support. Furthermore, international students had significantly higher stress levels, more traumatic life events and higher scores of negative life experiences. Full scalar invariance was established for extraversion, social support and resilience and partial scalar invariance for neuroticism. When controlling for the effect of covariates, international students were at higher risk for MDD, somatoform disorder, anxiety disorder and for more severe depressive, somatic and anxiety symptoms. Higher neuroticism and higher stress levels stood out as core predictors of mental disorders at T1. Additionally, gender, lower age, social support and traumatic life events were also associated with several outcome variables. Core predictors of a poorer course of symptoms at follow-up were the severity of symptoms at T1 and current stress levels.
Conclusions: The findings indicated that mental disorders are prevalent among the population of international and German students, being international students at higher risk for mental illness. Neuroticism and stress levels were main predictors of the development of mental disorders and more severe symptoms. The severity of symptoms and current stress levels were found to be main predictors of the curse of symptoms over time. Furthermore, the results indicated that international and German students differed regarding several important aspect that can influence mental health. These results strongly indicated that prevention, detection and treatment of mental disorders among university students and especially among international students should be a priority. It would be important to evaluate the actual offer in mental health services provided by the universities and to identify potential factors that are acting as barriers for receiving treatment among these populations. Future research assessing this problematic can help to increase the knowledge about the mental health of international and domestic university students. Evidence-based programs for prevention and treatment of specific mental problems of international and domestic students should be developed and evaluated.
Kurze Inhaltszusammenfassung auf Deutsch Hintergrund: Die Anzahl internationaler Hochschulstudierenden hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch erhöht, wobei Deutschland eines der bedeutendsten Länder für ausländische Studierende zu sein scheint. Obwohl bislang vermutet wurde, dass ausländische Studierende einem höheren Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen im Vergleich zu einheimischen Studierenden ausgesetzt sind, haben bisher nur wenige Studien die psychische Gesundheit dieser Population untersucht. Aus diesem Grund hat die vorliegende Studie zum Ziel, die Prävalenz psychischer Störungen (Major Depression (MD), anderer depressiver Störungen, somatoformer Störungen und Angststörungen), den Schweregrad der Symptome und den zeitlichen Verlauf der Symptome in der Population ausländischer Studierenden einzuschätzen und zu erforschen, ob signifikante Unterschiede zwischen dieser Gruppe und deutschen Studierenden besteht.
Methoden: Die Studie basiert auf einem Querschnitts-Design (T1) und einer nachfolgenden Katamnese-Erhebung (T2). Die Datenerhebung erfolgte internetbasierend. Die Stichproben für T1 beinhalteten 712 ausländische und 2662 deutsche Studierende. Zum Zeitpunkt T2 nahmen 112 ausländische Studierende und 488 deutsche Studierende an der Studie teil. Die Messinvarianz von Neurotizismus, Extraversion, sozialer Unterstützung und Resilienz wurde mittels Strukturgleichungsmodellen getestet. Während logistische Regressionsanalysen mit beobachteten Variablen durchgeführt wurden, beinhalteten lineare Regressionen auch latente Variablen.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten hohe Prävalenzraten psychischer Störungen sowohl bei ausländischen, also auch bei deutschen Studierenden zum Zeitpunkt T1. Nur die Minderheit derjenigen Studierenden, die an einer psychischen Störung litten, erhielt eine Behandlung. Im Vergleich zu deutschen Studierenden zeigten ausländische Studierende signifikant geringere Werte an Neurotizismus, Extraversion und sozialer Unterstützung. Darüber hinaus wiesen internationale Studierende ein signifikant höheres Stressniveau, mehr traumatische Lebensereignisse und höhere Werte negativer Lebenserfahrungen auf. Skalare Invarianz wurde für Extraversion, soziale Unterstützung und Resilienz und partielle Skalare Invarianz für Neurotizismus festgestellt. Nach Kontrolle der Effekte der Kovariaten zeigten internationale Studierende ein höheres Risiko für Major Depression, somatoforme Störungen und Angststörungen und für schwerwiegendere depressive, somatische und angstbezogene Symptome. Hoher Neurotizismus und höheres Stressniveau zeichneten sich als Hauptprädiktoren für psychische Störungen zum Zeitpunkt T1 ab. Zusätzlich standen Geschlecht, jüngeres Alter, soziale Unterstützung und traumatische Lebensereignisse auch mit mehreren abhängigen Variablen im Zusammenhang. Hauptprädiktoren für einen ungünstigen Symptomverlauf zum Zeitpunkt der Katamnese bestanden aus der Schwere der Symptome zu T1 und dem aktuellen Stressniveau zu T2.
Schlussfolgerungen: Die Befunde wiesen darauf hin, dass psychische Störungen in der Population ausländischer und deutscher Studierenden prävalent sind, wobei ausländische Studierende einem höheren Risiko für eine psychische Erkrankung ausgesetzt sind. Neurotizismus und Stressniveau waren Hauptprädiktoren für die Entwicklung von psychischen Störungen und schwerwiegenderen Symptomen. Der Schweregrad der Symptome und das aktuelle Stressniveau wurden als Hauptprädiktoren für den Verlauf der Symptome über die Zeit identifiziert. Es is außerdem bedeutsam, dass die Ergebnisse darauf hinwiesen, dass ausländische und deutsche Studierende sich bezüglich mehrerer wichtiger Aspekte unterschieden, die die psychische Gesundheit beeinflussen können. Diese Ergebnisse wiesen nachhaltig daraufhin, dass die Prävention, Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen unter Hochschul-Studierenden und besonders unter internationalen Studierenden Priorität haben sollten. Es wäre wichtig, das aktuelle Angebot im Gesundheitssystem, das von den Universitäten bereitgestellt wird, zu evaluieren, und potentielle Faktoren zu identifizieren, die als Hindernisse dafür fungieren, eine Behandlung zu erhalten. Zukünftige Forschung sollte dazu beitragen, den Wissensstand über die psychische Gesundheit von internationalen und einheimischen Studierenden zu erweitern. Evidenz-basierte Programme zur Prävention und Behandlung studentenspezifischer psychischer Probleme sollten für einheimische and ausländische Studierende entwickelt und überprüft werden.
Kontrollierte Schlagwörter (Deutsch): Psychische Störung , Ausländischer Student , Risikofaktor , Psychische Gesundheit
Freie Schlagwörter (Deutsch): Hochschulstudent
Freie Schlagwörter (Englisch): Mental disorder , International student , Risk factor , Mental health , University student
DDC-Sachgruppe: Psychologie
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