Impfstatus von Studierenden im Rahmen der COVID-19- Pandemie – Ergebnisse einer standardisierten Studierendenbefragung

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/173990
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739903
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1739903
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-115315
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-15
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Rieger, Monika (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2023-12-08
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Schlagworte: COVID-19 , , COVID-19-Pandemie , , Impfung
Freie Schlagwörter: Impfstatus COVID-19
Impfstatus Studierende
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Zur besseren Planung der Hochschullehre im Rahmen der COVID-19-Pandemie forderte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die staatlichen Hochschulen in Baden-Württemberg im Sommer 2021 dazu auf, den COVID-19-Impfstatus ihrer Studierenden zu erfassen. Demnach entstand die vorliegende Studie „Impfen und Studieren während der COVID-19-Pandemie“ als Teil des Gesamtprojektes „Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Zeiten der COVID-19-Pandemie“ am Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung. Dabei wurde das COVID-19-Impfverhalten von Studierenden in Deutschland erstmals untersucht. Zudem wurden die Haltungen der Studierenden hinsichtlich verschiedener SARS-CoV-2 Themen erfasst. Eine Besonderheit dieser Studie ist die Identifizierung von Faktoren, die mit dem COVID-19-Impfstatus von Studierenden assoziiert sind.
 Eine standardisierte Studierendenbefragung an sechs verschiedenen Hochschulen in Baden-Württemberg im Zeitraum von Juli 2021 bis November 2021 wurde durchgeführt. An dieser nahmen 6556 volljährige Studierende teil. Instrument der Studie war ein teilstandardisierter Onlinefragebogen. Insgesamt hatten 91,4% (n=5935) der Teilnehmenden mindestens eine Impfdosis erhalten. Der häufigste Grund für eine bisher nicht durchgeführte Impfung war die unzureichende Erforschung der Impfstoffe. Die untersuchten Faktoren wurden in drei Variablengruppen unterteilt: Individuelle, Setting-spezifische und SARS-CoV-2 (virusbezogene, impfbezogenen und maßnahmenbezogene) Faktoren. 

Ein Zusammenhang mit dem COVID-19-Impfstatus wurde unter anderem für die Aspekte deutsche Staatsangehörigkeit, regelmäßiger Kontakt zur Risikogruppe und Partnerschaftsstatus festgestellt. Des Weiteren konnte ein Unterschied zwischen medizinischen und nicht medizinischen Studiengängen in Bezug auf den Impfstatus gefunden werden. 

Die Studienpopulation wies zudem eine hohe Wahrnehmung der Erkrankung COVID-19 auf. Ähnliche Ergebnisse konnten für das Vertrauen in die Sicherheit der Impfung beobachtet werden. Großen Zuspruch erhielt darüber hinaus die Aussage „Mit einer Impfung gegen COVID-19 trage ich zur Eindämmung der Pandemie“ bei. Im Mittel schätzten die Teilnehmenden die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus im Privatleben höher ein als innerhalb der Hochschule. Außerdem wurden die Infektionsschutzmaßnahmen zum persönlichen Verhalten als geeigneter erachtet als die Schutz- und Hygienemaßnahmen zur Gestaltung des Studienbetriebs. Die Ergebnisse implizieren eine positive Einstellung der Studienpopulation hinsichtlich der SARS-CoV-2 bezogenen Themen. Die Berechnung einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse deutete zudem auf eine große Bedeutung der SARS-CoV-2 Faktoren für den COVID-19-Impfstatus von Studierenden hin. Insbesondere die Wahrnehmung von SARS-CoV-2 sowie verschiedene impfbezogene Aspekte wie die Sicherheit der Impfungen scheinen eine wichtige Rolle für das COVID-19-Impfverhalten zu spielen. Nicht zuletzt leistete die Variable „Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Impfung gegen COVID-19 sicher ist“ den größten Beitrag zur Erklärung der Zielvariable.
 Mithilfe dieser Studie konnte ein Einblick in die Haltungen der Studierenden in Baden-Württemberg hinsichtlich verschiedener COVID-19-Themen im Sommer und Herbst 2021 gewonnen werden. Zudem liefert diese Studie neue Erkenntnisse über Faktoren, die mit dem COVID-19-Impfstatus von Studierenden in Verbindung stehen. Diese Erkenntnisse können verstärkt im Rahmen diverser Public-Health-Strategien aufgegriffen werden. Darüber hinaus leistet diese Studie einen Beitrag zur Ausgestaltung und Umsetzung von Arbeits- und Gesundheitsschutz im universitären Setting im Kontext der COVID-19-Pandemie, da die hier gewonnenen Befunde als Entscheidungsgrundlage dienen können und zur Planung und Organisation der Präsenzlehre beitragen. Weiterhin können diese Ergebnisse als Ausgangspunkt für weiterführende Forschung zum Impfverhalten von Studierenden und die Generierung von Fragestellungen im Fachbereich der arbeitsmedizinischen Versorgungsforschung genutzt werden.

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