Das Risiko einer Frühgeburt in Abhängigkeit der rheumatologischen Grunderkrankung und der Therapie Daten aus dem Tübinger Rheuma-Schwangerenregister

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174283
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1742836
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-26
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Henes, Jörg (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-06-25
Freie Schlagwörter: Rheumatische Erkrankungen
Frühgeburt
Schwangerschaft
Kollagenosen
Antiphospholipidsyndrom
Entzündlich rheumatische Gelenkerkrankungen
Vaskulitiden
Autoinflammatorische Erkrankungen
hypertensive Schwangerschaftskomplikationen
Präeklampsie
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Risikos für Frühgeburten bei Schwangeren mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) in Abhängigkeit von der Grunderkrankung und der angewendeten Therapie. In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden 337 Schwangerschaften von Frauen mit ERE (2013–2022) mit 1179 gesunden Kontrollschwangerschaften (2013–2014) verglichen. Analysiert wurden maternale Charakteristika, Schwangerschaftskomplikationen, verschiedene Erkrankungsgruppen, wie entzündliche rheumatische Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, Gerinnungsstörungen, Vaskulitiden und autoinflammatorische Erkrankungen, sowie der Einfluss der Medikation. Primärer Endpunkt war die Häufigkeit von Frühgeburten bei Patientinnen mit verschiedenen ERE verglichen mit einer Kontrollgruppe. Frühgeburten traten bei Frauen mit ERE signifikant häufiger auf als in der Kontrollgruppe (14,8 % vs. 7,2 %). Zudem war das mittlere Gestationsalter in der rheumatologischen Gruppe geringer, wenngleich beide Gruppen im Normbereich lagen. Das höchste Frühgeburtsrisiko zeigte sich bei Patientinnen mit Kollagenosen, insbesondere bei systemischem Lupus erythematodes, Antiphospholipid-Syndrom und Sjögren-Syndrom. Insgesamt war das Frühgeburtsrisiko bei Kollagenosen signifikant erhöht. Unabhängig vom Alter entbanden Frauen mit ERE früher als gesunde Kontrollen, wobei das Frühgeburtsrisiko mit zunehmendem maternalen Alter anstieg – im Gegensatz zu den Kontrollen. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, insbesondere Präeklampsie, traten bei rheumatischen Patientinnen häufiger auf und waren mit einem deutlich erhöhten Frühgeburtsrisiko assoziiert. Nach Einführung einer prophylaktischen Gabe von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure ab 2017 zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Frühgeburtenrate. Zusammenfassend sind Frühgeburten bei Schwangerschaften mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, insbesondere bei Kollagenosen und Präeklampsie, signifikant häufiger. Eine frühzeitige Risikostratifizierung sowie eine interdisziplinäre Betreuung sind entscheidend zur Verbesserung mütterlicher und neonataler Outcomes.

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