Evaluation verschiedener Techniken zur Reimplantation der supraaortalen Gefäße während der Frozen-Elephant-Trunk-Prozedur

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/174290
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1742903
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-01-26
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Schlensak, Christian (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-11-26
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: Frozen-Elephant-Trunk-Prozedur
supraaortale Gefäße
Aortenbogenchirurgie
Reimplantationstechnik
Aortenaneurysma
Aortendissektion
aortic arch surgery
reimplantation techniques
aortic aneurysm
aortic dissection
supra-aortic vessels
frozen elephant trunk procedure
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die Frozen-Elephant-Trunk-Technik wird zur operativen Therapie ausgeprägter Aortenbogenpathologien angewandt. Hierbei wird eine Hybridprothese, die eine klassische Gefäßprothese für den Aortenbogen und einen Stentgraft für die deszendierende Aorta beinhaltet, eingesetzt. Das Ziel der vorliegenden Studie war, Überlebenswahrscheinlichkeiten und das neurologische Outcome der Patienten nach der FET-Prozedur zu ermitteln und die verschiedenen Techniken zur Reimplantation der supraaortalen Gefäße zu evaluieren. Dafür wurden insgesamt 305 Patienten in die Studie eingeschlossen und im Zeitraum von März 2009 bis März 2022 durchschnittlich 2,8 +/- 3,1 Jahre nachbeobachtet. Die Patienten wurden anhand ihrer Reimplantationstechnik der supraaortalen Gefäße in drei verschiedene Gruppen unterteilt: komplette Inseltechnik, partielle Inseltechnik und komplexe Transposition. Die Patienten in der Gruppe der komplexen Transposition präsentierten sich präoperativ signifikant häufiger mit einer akuten Dissektion, einer Stanford Typ-A-Dissektion, einer Dissektion der Kopfgefäße, einer Herzbeuteltamponade, einem True-Lumen-Kollaps, einer Hemiplegie oder einer zerebralen Malperfusion. Die 1-, 5- und 10-Jahres-Überlebensraten betrugen in der Gesamtkohorte 74,3%, 64,4% und 33,1%. Auch wenn die Subgruppe der kompletten Inseltechnik etwas bessere Überlebensraten aufwies, zeigte sich mit einem p-Wert von 0,44 kein signifikanter Unterschied in den Überlebensraten in Abhängigkeit von der Reimplantationstechnik. Für den Endpunkt Mortalität konnten die Risikofaktoren Alter und Dauer der intraoperativen Abklemmzeit, der antegraden Hirnperfusion und der distalen Ischämie identifiziert werden. Die postoperative permanente Apoplexrate betrug im Gesamtkollektiv 13%. Die postoperativen neurologischen Defizite konnten weder von der arteriellen Kanülierungsstelle noch von der Lokalisation der distalen Anastomose oder der Dauer der distalen Ischämie signifikant beeinflusst werden. Auch die Art der Reimplantationstechnik nahm keinen signifikanten Einfluss auf die Endpunkte permanenter und transienter Apoplex, Querschnitt und Rekurrensparese. Als Risikofaktoren für einen perioperativen Apoplex stellten sich eine Beteiligung der Kopfgefäße an der Dissektion, eine zerebrale Malperfusion sowie klinische Symptome wie eine Synkope, Hemiplegie, Aphasie, Koma und ein im präoperativen cCT sichtbarer Apoplex dar. Zusammenfassend zeigte sich in der vorliegenden Studie keine klare Überlegenheit einer bestimmten Reimplantationstechnik, was auch in der Literatur beschrieben wird. Eine Berücksichtigung patientenspezifischer Faktoren wie Anamnese, Komorbiditäten, Aortenpathologie, präoperative neurologische Defizite und intraoperative Kriterien ist daher bei der Auswahl der Reimplantationstechnik zu bevorzugen.

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