Evaluierung des antineoplastischen Effekts von Cannabinoiden in Sarkomen

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/175368
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1753680
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-116693
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-02-09
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Kampa-Schittenhelm, Kerstin (PD Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-01-29
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Weichteilsarkome sind seltene maligne Tumore mesenchymalen Ursprungs, die etwa 1 % aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland ausmachen. Die Heterogenität und geringe Inzidenz dieser Malignome stellt eine Herausforderung für Diagnostik und Therapie dar, weshalb eine spezialisierte Versorgung an Sarkomzentren notwendig ist. Die Cannabinoide Cannabidiol (CBD) und Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) gewinnen im klinischen Alltag als Supportiva zunehmend an Bedeutung. In Deutschland sind CBD und THC beispielweise zur Behandlung einer Spastik im Rahmen einer Multiplen Sklerose, Kachexie bei AIDS Patienten oder als Antiemetikum bei Chemotherapieinduzierter Übelkeit zugelassen. Eine Vielzahl von experimentellen Studien untersucht zudem die antineoplastische Wirkung von Cannabinoiden in diversen Tumorentitäten. Die O-linked β-N-acetyl Glucosamine Transferase (OGT) ist als Schlüsselenzym an einer Vielzahl zellulärer Regulationsmechanismen involviert. Eine dysregulierte OGTAktivität wurde in einer Vielzahl von neurodegenerativen, aber auch malignen Erkrankungen nachgewiesen. Unsere Arbeitsgruppe veröffentlichte im Jahr 2020 Forschungsergebnisse, die eine OGT-abhängige Wirkung von THC in akuten Leukämien beschreibt. Im Rahmen dieser Dissertation sollte die antineoplastische Wirkung von THC und CBD in Weichteilsarkom-Modellen untersucht werden. Anschließend wurde ein möglicher OGT-abhängiger Effekt der antineoplastischen Wirkung von Cannabinoiden evaluiert. Die Apoptoseinduktion wurde dabei mittels einem Annexin-V basierten Assay durchflusszytometrisch (FACS) quantifiziert. Zur Evaluation des Proliferationsverhaltens wurde eine mikroskopische Zellzählung durchgeführt, um die Verdopplungszeit zu beurteilen. Die Zellmigration wurde mit einem sog. Wundheilungsassay untersucht. Unsere Untersuchungen bestätigen zunächst die Expression der Cannabinoid- Rezeptoren CB1 als auch CB2 in den untersuchten Weichteilsarkom Zelllinien. Sowohl für THC als auch für CBD konnte in der Konsequenz eine dosisabhängige Induktion der Apoptose in den untersuchten Weichteilsarkom-Modellen gezeigt werden. Weitere Analysen bewiesen zudem einen antiproliferativen und migrationshemmenden Effekt beider Cannabinoide. Interessanterweise konnten diese Effekte in Konzentrationen unterhalb des jeweils ermittelten IC50-Werts für die Apoptose-Induktion beobachtet werden, was wichtige Informationen für ein mögliches therapeutisches Fenster liefert. Erwähnenswert ist die Beobachtung eines stärkeren antineoplastischen Effektes durch CBD im Vergleich zu THC, was zudem in Hinblick der fehlenden psychotropen Nebenwirkungen für die klinische Anwendung günstig erscheint. Zur systematischen Untersuchung OGT-abhängiger Effekte der Cannabinoide wurden OGT-defiziente Zellmodelle mithilfe lentiviral vermittelter RNA-Interferenz generiert. In allen Zellmodellen mit reduzierter OGT-Expression konnte tendenziell eine verringerte Induktion der Apoptose, eine reduzierte Proliferationsrate und eine verlangsamte Zellmigration beobachtet werden. Eine OGT-abhängige Wirkung von Cannabinoiden konnte dabei experimentell in Bezug auf die Apoptose-Induktion und die antiproliferative Wirkung verifiziert werden. Im Hinblick auf das Migrationsverhalten zeigten sich divergente Effekte in Bezug zur OGT-Expression. Mit dieser Dissertation konnte eine erste fundierte wissenschaftliche Grundlage über den antineoplastischen Effekt der Cannabinoide THC und CBD in Weichteilsarkomen erarbeitet werden. Dies dient als Basis für zukünftige präklinische Studien zur Evaluierung einer potenziellen neuen Therapieoption mit Cannabidiol und Δ9- Tetrahydrocannabinol in Weichteilsarkomen.

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