Die Entwicklung von Immunzytokinen mit zielzellbegrenzter IL-15-Aktivität für die Immuntherapie der AML

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/175688
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1756889
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-117013
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-02-13
Sprache: Deutsch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Salih, Helmut Rainer (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2025-12-05
DDC-Klassifikation: 610 - Medizin, Gesundheit
Freie Schlagwörter: IL-15
Immunzytokine
AML
MIC12
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Form akuter Leukämien im Erwachsenenalter, doch trotz therapeutischer Fortschritte bleibt die Prognose insbesondere für ältere Patienten ungünstig. Für diese Patientengruppe, für die eine intensive Chemotherapie oft nicht infrage kommt, liegt die 5-Jahres- Überlebensrate bei lediglich ca. 17 %. Daraus ergibt sich ein dringender Bedarf an gut verträglichen, aber gleichzeitig potenten Wirkstoffen. Als in vielen Malignomen erfolgreiche Immuntherapie haben sich in den letzten Jahrzehnten Antikörper hervorgetan - unter anderem aufgrund ihrer Verträglichkeit trotz hoher Potenz. Für AML ist jedoch bisher noch keine wirksame Antikörpertherapie zugelassen. Ein Ansatz, die Effektivität von Antikörpern zu erhöhen, ist die Immunstimulation mit Interleukinen. Hierbei ist IL-15 ein vielversprechender Kandidat. Es induziert die Proliferation und Aktivierung von T- und NK-Zellen. Ein großer Vorteil gegenüber dem engen Verwandten IL-2 ist, dass IL-15 keine inhibitorischen Treg-Zellen stimuliert und keinen AICD der Effektorzellen auslöst. Im Gegensatz zu Tiermodellen verhindern in Krebspatienten jedoch dosislimitierende Nebenwirkungen eine effektive systemische Gabe. Eine Lösung für dieses Problem kann in der einzigartigen Physiologie des IL-15 gefunden werden. Es entfaltet seine Wirkungen auf IL-15Rβγ-exprimierende Effektorzellen zum größten Teil über die trans-Präsentation auf dem IL-15Rα, welcher auf Monozyten und anderen Zelltypen exprimiert wird. Das Einbringen der Mutation E46K in das IL-15 Molekül hebt die Bindung an den IL-15Rα auf, wodurch eine trans-Präsentation durch Zellen nicht mehr möglich ist. Koppelt man die IL-15 Mutante nun mit einem Antikörper zu einem sogenannten Immunzytokin, kann die trans-Präsentation durch Bindung des Antikörperteils an das Antigen imitiert werden und IL-15 entfaltet seine Wirkung. Somit soll die IL-15 Aktivität auf die Zielzellen restringiert werden. Um die ADCC-Aktivität des Antikörpers weiterhin zu fördern, wurde zudem eine Fc-Optimierung mittels SDIE-Mutationen eingeführt. Das Ergebnis ist ein Modified Immunocytokine, kurz MIC. Die Effektivität und Zielzellrestriktion von MICs nach Bindung an die lymphomassoziierten Antigene CD19 und CD20 konnte in der Arbeitsgruppe Salih bereits dokumentiert werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die MIC-Plattform für die Therapie der AML anwendbar zu machen. Hierfür wurde ein CLEC12A-spezifisches MIC (MIC12) geschaffen. CLEC12A, dessen exakte Funktion bisher unklar ist, ist nicht zuletzt aufgrund seiner hohen Prävalenz und relativ tumorrestringierten Expression in AML-Erkrankungen eine vielversprechende Zielstruktur für die Immuntherapie. Dies konnte in unserer Patientenkohorte bestätigt werden. In der funktionellen Charakterisierung zeigte sich MIC12 im Vergleich zu seinem parentalen Fc-optimierten Antikörper und einem Kontrollmolekül ohne Fc- Optimierung überlegen bezüglich NK-Zellaktivierung, Proliferationsinduktion und Zytotoxizität gegen Zelllinien und primäre AML-Zellen. Durch isoMIC als Isotypenkontrolle konnte gezeigt werden, dass die Aktivität des MIC12-Konstruktes von der Bindung an die Zielzellen abhängt, sodass das Konzept der Zielzellrestriktion bestätigt werden konnte. Die Herstellung von IL-15-haltigen Fusionsmolekülen wie MIC12 ist geprägt von schlechter Ausbeute und Aggregation. Die Einführung von weiteren Mutationen konnte die Aggregation reduzieren und die Ausbeute steigern. H20E und vor allem L45E konnten dies bei zudem verbesserter Funktion (Aktivierung, Zytotoxizität) leisten. Dies verbessert die Developability und ermöglicht die Translation von IL-15-Fusionsproteinen - auch über MIC12 hinaus. MIC12 und gerade MIC12L45E sind somit vielversprechende Kandidaten für eine antikörperbasierte AML-Immuntherapie.

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