Maternal eating disorders and the family system – Transgenerational transmission, dyadic development and mother-child communication

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Zitierfähiger Link (URI): http://hdl.handle.net/10900/179186
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1791869
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-120510
Dokumentart: Dissertation
Erscheinungsdatum: 2026-05-13
Sprache: Englisch
Fakultät: 4 Medizinische Fakultät
Fachbereich: Medizin
Gutachter: Giel, Katrin Elisabeth (Prof. Dr.)
Tag der mündl. Prüfung: 2026-03-18
DDC-Klassifikation: 150 - Psychologie
Schlagworte: Essstörung
Lizenz: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Essstörungen (ES) beeinflussen die gesamte Familie und werden mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von ES in der nächsten Generation sowie mit Beeinträchtigungen in der Partnerschaft in Verbindung gebracht. Das vorliegende Dissertationsprojekt leistet mit vier Teilprojekten einen Beitrag zum besseren Verständnis der Auswirkungen mütterlicher ES auf das Familiensystem. Zwei dieser Teilprojekte untersuchen elterliche Kommunikation als möglichen Mechanismus für die transgenerationalen Übertragung von ES, während die anderen beiden die psychische Gesundheit der Eltern und die Erfahrungen männlicher Partner von Frauen mit ES während des Übergangs zur Elternschaft beleuchten. Studie 1 umfasst eine systematische Übersicht über elterliche Kommunikation und Modellverhalten während der Mahlzeiten in Familien mit und ohne ES. Studie 2 verwendet maschinelles Lernen (ML) um Merkmale der mütterlichen Sprache während des Mahlzeiteninteraktionen mit ihren Kindern zu analysieren. Die dritte Studie untersucht in einem Längsschnittdesign die Entwicklung der psychischen Gesundheit der Eltern und die Partnerschaft während des Übergangs zur Elternschaft bei Paaren mit und ohne ES. Letztlich nutzt Studie 4 qualitative Methoden, um die Erfahrungen der Väter in dieser Übergangsphase zu untersuchen. Die Ergebnisse von Studie 1 und Studie 2 deuten darauf hin, dass ES in der Familie die elterliche Kommunikation während der Mahlzeiten beeinflussen können. Trotz einer großen Forschungslücke fanden sich Hinweise auf einen negativen Einfluss der ES auf die mütterliche Kommunikation in der existierenden Literatur: Mütter mit ES äußerten häufiger negative Emotionen und machten weniger positive Bemerkungen während der Mahlzeiten. Die Anwendung von ML auf Audioaufnahmen von Mutter-Kind-Interaktionen während der Mahlzeiten bestätigten den Eindruck, dass ES die Kommunikation beeinflussen können: Die Stimmen von Müttern mit ES zeigten im Vergleich zu Müttern ohne ES höher Werte bei Erregung, Valenz und Dominanz. Außerdem zeigten Mütter mit ES-Vorgeschichte im Vergleich zur Kontrollgruppe von der Schwangerschaft bis zehn Monate nach der Geburt eine deutlich schwerere ES-Psychopathologie und erhöhte Depressionswerte sowie eine geringere Anpassung and die Mutterrolle. Bei diesen Frauen zeigte sich zusätzlich eine signifikante Zunahme der ES-Symptomatik im Verlauf der Zeit. Die Partner von Frauen mit und ohne ES unterscheiden sich nicht hinsichtlich psychischer Belastung, jedoch bestand eine negative Korrelation zwischen der Schwere der mütterlichen ES und der Anpassung der Väter an die Elternrolle. Gruppenspezifische Themen zu den väterlichen Erfahrungen während des Übergangs wurden in den Interviews identifiziert, wodurch die Auswirkungen der Erkrankung auf das gesamte Familiensystem weiter verdeutlicht wurden. Insgesamt liefert die Dissertation neue Erkenntnisse zum Einfluss von ES auf das Familiensystem. Relevante Aspekte elterlicher Kommunikation, die möglicherweise eine Rolle bei der transgenerationalen Übertragung von ES spielen, wurden benannt, wodurch zukünftige Forschungsansätze und theoretische Modelle zu familiären Einflüssen auf die Regulation des Essverhaltens bereichert werden können. Zudem unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung, die Perspektiven von Vätern in die Forschung zu ES und beim Übergang zur Elternschaft stärker einzubeziehen, um so die Entwicklung gezielter Interventionen für die gesamte Familie zu fördern.

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