Inhaltszusammenfassung:
Viele Diskussionen über das Selbstverständnis kritischer Kriminologen beginnen und enden mit der Frage, ob „man“ es mit seinen demokratisch-aufgeklärten Ansprüchen vereinbaren könne, durch angewandte Forschung auch an praktischen Problemlösungen zu arbeiten. Die anhaltende Beliebtheit dieser Art disziplinärer Nabelschau ohne feststellbaren Wissenszuwachs legt die Vermutung nahe, daß sie nicht trotz, sondern wegen ihrer Unproduktivität so attraktiv ist. Denn sie erlaubtes den Teilnehmern an dieser Diskussion, sich ohne Bestimmung des Inhalts kritisch betriebener Kriminologie im Medium des Formelkompromisses einer kollektiven Identität zu versichern. Um hierüber hinauszugelangen, wird das produktive Potential einer anderen Frage unter die Lupe genommen, der Frage nämlich: Wie läßt es sich bewerkstelligen, kritisch zu bleiben?