Inhaltszusammenfassung:
Die Untersuchung zeigt, daß die weitverbreitete These von der „politischen Neutralität" der Polizei eine „Polizeiideologie" darstellt, die nicht nur im Widerspruch zur gesellschaftlichen Funktion und dem tatsächlichen politischen Kontext der Polizei steht, sondern auch für das Selbstverständnis der Polizei in einer Demokratie höchst problematisch ist. Zur Diskussion dieser Frage werden vor allem die Ergebnisse einer schriftlichen Befragung von 442 Polizeibeamten aus dem Jahre 1974 herangezogen, die u. a. belegen, daß Polizeibeamte keineswegs politisch neutrale „Roboter" sind. Zentrales Ergebnis der Einstellungsuntersuchung: die Befürwortung einer „politisch neutralen Polizei“ ist primär Ausdruck einer konservativen Grundeinstellung, wenn auch zu differenzieren nach Parteipräferenz, Dienstalter und politischer Interessiertheit der Polizeibeamten.