Inhaltszusammenfassung:
Der Beitrag basiert auf der Auswertung von ca. 70 Gruppengesprächen, die die Autoren mit inhaftierten männlichen Jugendlichen in bayerischen Jugendstrafanstalten geführt haben. Teil 1 beschreibt die wichtigsten Vollzugserfahrungen der Gefangenen. Dabei wird die Rolle der Vollzugsarbeit als Instrument der persönlichen und sozialen Entwertung des Gefangenen hervorgehoben. Es wird gezeigt, daß gerade dieser Bereich des Vollzugsalltags aus der pädagogischtherapeutischen Reformdiskussion regelmäßig ausgeblendet wird. Teil 2 befaßt sich mit der Situation der für Erziehung, Behandlung und Therapie zuständigen Berufe im Vollzug. Die vollzugsinterne Arbeitsteilung zwischen „verwahrenden“ und „behandelnden“ Funktionen, so belegen die Äußerungen der Gefangenen, wird von den Betroffenen weitgehend als bürokratische Farce erlebt.