Inhaltszusammenfassung:
Fallbeschreibungen krimineller Karrieren und die amtliche Kriminalstatistik zeigen, daß „Gewohnheitsverbrecher” mit zunehmendem Alter weniger rückfällig werden. Diese Veränderung eines habituali- sierten Verhaltensmusters versuchte die Kriminalsoziologie bisher kaum zu erklären; vielmehr ging sie - wie auch der Labeling-Ansatz und die daran orientierten Untersuchungen von abweichenden Karrieren und Instanzen sozialer Kontrolle - von der Hypothese aus, daß Kriminalität sich weiter verfestigt. Die negative Korrelation zwischen Alter und Rückfälligkeit weist jedoch darauf hin, daß Definition eines Verhaltens und Stigmatisierung des Handelnden als Ursachen für die Habitualisierung einer mit dem Alter abnehmenden Kriminalität allein nicht ausreichen. Deswegen werden abschließend Hypothesen über zusätzliche Einflußfaktoren formuliert.