Dual Tasking-Aspekte bei Hochrisiko-Personen für das idiopathische Parkinsonsyndrom

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URI: http://hdl.handle.net/10900/58430
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-584303
Dokumentart: PhDThesis
Date: 2014
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Mätzler, Walter (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2013-11-26
DDC Classifikation: 000 - Computer science, information and general works
610 - Medicine and health
Keywords: Parkinson-Krankheit
Other Keywords: Dual Tasking
Morbus Parkinson
Parkinson disease
gait
License: http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=de http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_mit_pod.php?la=en
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Inhaltszusammenfassung:

Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) stellt die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung dar. Bedingt durch die steigende Prävalenz dieser Erkrankung und die Einschränkung der Lebensqualität durch den Krankheitsprogress ist eine Früherkennung des IPS im präklinischen Stadium von enormer Bedeutung. Es mehren sich die Hinweise, dass neben den bekannten Risikomarkern für das IPS (wie z.B. Depressionen, Hyposmie, REM-Schlafstörungen) bereits im prodromalen Stadium diskrete motorische Unregelmäßigkeiten (z.B. des Gangmusters) präsent sind und diese mittels quantitativen Messmethoden erfasst werden können. Besonders unter aufmerksamkeitsfordernden Bedingungen, wie z.B. beim Dual Tasking (DT), können diese motorischen Veränderungen beobachtet werden. In der aktuellen Querschnittsstudie wurde ein Studienkollektiv von 37 Hochrisikoprobanden für das IPS (HRPD), 14 IPS-Patienten in einem frühen Krankheitsstadium (IPSf) und 12 gesunde Kontrollprobanden (CO) in einem Gruppenvergleich auf diskrete motorische Unterschiede im Gangmuster sowie auf Differenzen im Verhalten während des DT untersucht. Für diese Fragestellungen wurde eine Ganganalyse auf einer 20m langen Strecke unter Single Tasking- (Gehen normal, langsam, schnell) sowie Dual Tasking-Bedingungen (Gehen schnell und Ankreuzen von Kästchen) durchgeführt. Mittels eines validierten Accelerometer-Systems wurden währenddessen verschiedene Gangparameter quantitativ erhoben. Um das DT-Verhalten der Probanden beurteilen zu können, wurden die Dual Tasking Kosten (DTC) der Gang- und Kreuzgeschwindigkeit berechnet und miteinander verglichen. Die Auswertung der Studienergebnisse erbrachte zum einen signifikante Unterschiede diverser Gangparameter zwischen den IPSf und den CO. Zum anderen unterschieden sich die Hochrisiko-Personen der HRPD von den CO-Probanden in verschiedenen Gangparametern diskret voneinander. Diese Ergebnisse bestätigten die Annahme, dass sich bereits in einer Hochrisikogruppe für das IPS subtile Gangunregelmäßigkeiten frühzeitig erfassen lassen und sich diese den veränderten Gangmustern der IPSf-Patienten annähern. Des Weiteren konnte durch die aktuelle Studie ein unterschiedliches Verhalten der Kohorten während des DT aufgezeigt werden. Während die Resultate der DTC auf eine „posture second“-Strategie der CO-Probanden hindeuteten, zeigten die Hochrisiko-Personen der HRPD ein ähnliches Verhalten ohne explizite Priorisierung wie die Patienten der IPSf unter DT-Bedingungen. Zudem konnte ein neu entworfenes Test-Modell etabliert werden, das sich aus ausgewählten Gangparametern und DTC-Parametern zusammensetzt. Mit Hilfe diese Test-Modells konnten IPSf-Patienten von CO-Probanden mit einer hohen Trennschärfe (AUC 0.90) sowie Hochrisiko-Personen der HRPD von gesunden CO-Probanden mit einer moderaten bis guten Trennschärfe (AUC 0.81) differenziert werden. In der Zusammenschau konnten diskrete Veränderungen von Gangparametern als potentielle Risikomarker für das IPS durch die vorliegenden Ergebnisse unterstrichen werden. Daher eignen sich quantitative Messmethoden von motorischen Parametern, wie z.B. das vorgestellte Test-Modell, um mögliche Test-Batterien zur Früherkennung des IPS zu ergänzen.

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