Inhaltszusammenfassung:
Nicht erst seit der SARS-Cov2-Pandemie nimmt die Zahl der jährlich
implantierten vvECMO-Systeme stetig zu und so sind sie häufig die letzte
Therapieoption bei schwerwiegenden Oxygenierungsstörungen. Damit einher
gehen jedoch starke Scherkräfte, welche zu einem avWS führen können.
Dadurch und durch die Heparinisierung an der vvECMO kann es zu starken
Blutungen, aber auch thromboembolischen Ereignissen durch verstärkte
Gerinnungsaktivierung kommen. Antifibrinolytika wie Tranexamsäure scheinen
zum aktuellen Zeitpunkt der beste Therapieansatz, um diesen Komplikationen
entgegenzuwirken.
Aus diesem Grund analysierten wir, in einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie
an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen, den Effekt von
Tranexamsäure bei pädiatrischen Patienten an der vvECMO. Hierfür
untersuchten wir alle pädiatrischen Patienten unter 18 Jahren, die im Zeitraum
2010-2019 für wenigstens 72 Stunden eine vvECMO-Therapie erhielten. 20
Patienten erfüllten diese Kriterien und wurden in eine Kontrollgruppe von sieben
Patienten ohne Tranexamsäure und eine Interventionsgruppe von 13 Patienten
mit Tranexamsäure an der vvECMO eingeteilt.
Beide Gruppen wurden hinsichtlich ihrer demographischen Daten, der
Gerinnungsaktivierung, der Haltbarkeit des vvECMO-Systems, des Blut- und74
Gerinnungsproduktebedarfs sowie Blutungen, Drainageblutverlust und
thromboembolischer Ereignisse verglichen.
Die Analyse der Daten ergab keinen signifikanten Unterschied der
Laborparameter, der Haltbarkeit des vvECMO-Systems, des
Drainageblutverlusts oder der Häufigkeit thromboembolischer Ereignisse und
Blutungen. Ein signifikanter Unterschied konnte nur in der Transfusionsmenge
des FXIII-Konzentrats festgestellt werden.
Ein positiver Effekt der Tranexamsäure an der pädiatrischen vvECMO konnte
nicht festgestellt werden.