Inhaltszusammenfassung:
Die Themafrage wird unter phänomenologisch-soziologischen, materialistischherrschaftstheoretischen und systemtheoretischen Gesichtspunkten erörtert. Behauptet wird, daß 1. die phänomenologisch orientierte Soziologie, die zur Themafrage anregt, eine Antwort verweigert, 2. materialistisch-herrschaftstheoretische Annahmen wahrscheinlich das Ent-, nicht jedoch das Bestehen der Devianzthematik erklären können und 3. Annahmen der modernen Systemtheorie am besten geeignet sind, die Themafrage zu beantworten. Mit Hilfe dieser Annahmen werden folgende Thesen formuliert: 1. Eine Kontinuität der Thematisierung besteht im Blick auf öffentliche, persönlich desinteressierte Devianz und Eigentumskriminalität. 2. Die Arten moralischer Devianz sind zu „flottanten“ Themen geworden, derer sich Kreuzzügler bemächtigen. 3. Die moderne Thematisierung von Individualität erschwert es allerdings mehr und mehr, moralische Kreuzzüge zu führen. 4. Zu neuen Devianzthemen werden Verhaltensarten, die als individualitätsgefährdend gelten.