Topografieanalyse der Materialoberflächen handelsüblicher dentaler Abutments mittels REM und konfokaler Rauheitsanalyse zur Optimierung transgingivaler Weichgewebsadaption

DSpace Repositorium (Manakin basiert)

Zur Kurzanzeige

dc.contributor.advisor Rupp, Frank (Prof. Dr.)
dc.contributor.author Bert, Leon Maximilian
dc.date.accessioned 2026-09-22T15:21:21Z
dc.date.available 2026-09-22T15:21:21Z
dc.date.issued 2026-09-22
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/183610
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1836109 de_DE
dc.description.abstract Einleitung und Fragestellung Die transgingivale Oberfläche dentaler Abutments stellt eine zentrale Schnittstelle zwischen Implantat und periimplantärem Weichgewebe dar und ist wesentlich an der Ausbildung einer biologischen Barriere gegen bakterielle Infiltration beteiligt. Im Gegensatz zu enossalen Implantatoberflächen ist die transgingivale Zone bislang nur unzureichend systematisch untersucht. Ziel dieser Studie war es, die Oberflächentopografie handelsüblicher Abutments zu charakterisieren und den Einfluss des klinischen Workflows wie Sondieren oder Polieren auf die biologische Effektivität der Oberflächen zu diskutieren. Material und Methoden Untersucht wurden 125 handelsübliche Abutments verteilt auf 25 Gruppen verschiedener Hersteller (Straumann, Medentika, Neodent, Camlog, Dentsply Sirona), Materialien (Titan, Zirkonoxid, PEEK, Edelmetall) und Abutmenttypen (temporär, definitiv). Die Analyse erfolgte im unbehandelten Zustand, nach Politur sowie nach simuliertem klinischem Sondieren. Die Oberflächenmorphologie wurde mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) untersucht. Quantitative Rauheitsparameter (Sa, Sdr, Ssk, Sku, Str, Vvv) wurden mit konfokaler Mikroskopie nach ISO 25178-2 erfasst. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Wilcoxon-Tests und ANOVA (Signifikanzniveau p < 0,05). Ergebnisse Die transgingivalen Abutmentoberflächen zeigten trotz optischer Glätte eine ausgeprägte topografische Heterogenität. Die Sa-Werte lagen vielfach über dem in der Literatur beschriebenen kritischen Schwellenwert von 0,2 µm. Rasterelektronenmikroskopisch konnten differenzierte Mikro- und Nanostrukturen nachgewiesen werden. Zwischen Materialien, Herstellern und Abutmenttypen bestanden signifikante Unterschiede in allen untersuchten Parametern. Polieren reduzierte die Rauheit signifikant, führte jedoch zu einer Auflösung geordneter Mikrostrukturen. Sondieren verursachte hingegen optisch und mikroskopisch sichtbare Kratzspuren und eine signifikante Erhöhung der Sa- und Str-Werte. Diskussion Die Ergebnisse aus den REM-Aufnahmen und der Rauheitsanalyse verdeutlichen, dass die transgingivale Oberflächenbeschaffenheit handelsüblicher Abutments keinem standardisierten Herstellungsverfahren unterliegt, sondern erheblich variiert. Neben material- und herstellerabhängigen Unterschieden beeinflussen insbesondere zahntechnische Bearbeitungsschritte und der klinische Umgang die Oberflächentopografie. Während eine Politur die Rauheit reduzieren und potenziell die bakterielle Adhärenz senken kann, besteht gleichzeitig das Risiko, biologisch relevante Mikro- und Nanostrukturen zu entfernen, die für die Zelladhäsion und -orientierung von Bedeutung sind. Mechanische Manipulationen im Rahmen der Nachsorge, insbesondere durch metallische Instrumente, führen zu lokalen Rauheitszunahmen und Oberflächenschäden, weswegen sie kritisch zu bewerten sind. Für individuell gefertigte Abutments gewinnt die Verantwortung der Bearbeitung im Dentallabor gegenüber der industriellen Oberflächenqualität zunehmend an Bedeutung. Schlussfolgerung Transgingivale Abutmentoberflächen zeigen eine erhebliche Variabilität auf dem Markt und sind gleichzeitig empfindlich gegenüber klinischen Manipulationen. Klinisch relevant sind laborseitig sparsame Polituren sowie ein vorsichtiger Umgang bei der klinischen Kontrolle. Wünschenswert wäre zudem, von Herstellerseite eine stärkere Standardisierung der transgingivalen Oberflächentopografie anzustreben und diese gezielt im Hinblick auf die bisherige Studienlage zur Weichgewebsintegration und bakteriellen Kontrolle zu optimieren. Besonders für die im Dentallabor individuell hergestellten Abutmentoberflächen scheinen aber standardisierte Bearbeitungsrichtlinien notwendig, um die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes zu unterstützen. de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.title Topografieanalyse der Materialoberflächen handelsüblicher dentaler Abutments mittels REM und konfokaler Rauheitsanalyse zur Optimierung transgingivaler Weichgewebsadaption de_DE
dc.type PhDThesis de_DE
dcterms.dateAccepted 2026-08-21
utue.publikation.fachbereich Zahnmedizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE
utue.publikation.noppn yes de_DE

Dateien:

Das Dokument erscheint in:

Zur Kurzanzeige